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US-Kongressausschuss spricht von Völkermord an Armeniern

Türkei ruft Botschafter aus USA ab

Von WZ Online

Aufzählung Resolution mit 23 zu 22 Stimmen angenommen.

Ankara. Aus Ärger über eine Resolution im US-Repräsentantenhaus zur Tötung hunderttausender Armenier im Osmanischen Reich hat die Türkei die Abberufung ihres Botschafters aus Washington angekündigt.

Die Abberufung trete sofort in Kraft, teilte die Regierung in Ankara mit. Trotz scharfer Proteste aus der Türkei hatte ein Komitee im US-Kongress die Verfolgung von Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet.

Der Auswärtige Ausschuss des Repräsentantenhauses in Washington stimmte am Donnerstag mit 23 zu 22 Stimmen einer entsprechenden Resolution zu. Die Türkei - Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs und ein wichtiges NATO-Mitglied - hatte zuvor mit schweren Konsequenzen gedroht.

Je nach Schätzungen kamen 1915/16 zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Armenier im Osmanischen Reich ums Leben. Die Türkei bestreitet den Vorwurf des Genozids mit aller Schärfe. Sie hat wiederholt erklärt, die Zahl der Toten sei übertrieben, und die Armenier seien Opfer von Bürgerkrieg und Unruhen geworden.

Die Regierung von Präsident Barack Obama hatte vor einer Beleidigung der Türkei im Fall einer Annahme gewarnt. Das NATO-Mitglied Türkei ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Nahen und Mittleren Osten. Die Resolution soll nun dem Plenum des US-Repräsentantenhauses vorgelegt werden. Dort ist die Annahme unsicher.(APA/apn/dpa)



Donnerstag, 04. März 2010 22:32:00
Update: Freitag, 05. März 2010 10:39:00


Kommentare zum Artikel:

06.03.2010 18:36:26 Übertrieben
Die Vermutung, Hitler hätte seine völkischen "Reinigungs"absichten von Franz Werfel bezogen, ist schon weit mehr als nur an der Haaren herbeigezogen. Das erinnert fatal an jene Behauptungen, CIA und Mossad hätten ferngesteuerte Modellflugzeuge in das vorher geräumte World Trade Center gesteuert.
Zu empfehlen wäre dringend, Geschichtskenntnisse nicht aus Wikipedia zu beziehen.
Mitras
05.03.2010 13:21:52 Genozid an Armeniern
Man kann den ganz ausgezeichneten Kommentaren von J. Büchel und Herrn Bürgler nur voll zustimmen, noch dazu, wo der österreichische Schriftsteller F. Werfel in seinem Roman "Die vierzig Tage des Musa Dagh" den Genozid schon 1933 dokumentiert hat. Die WZ sollte aus gegebenem Anlass dieses Werk durch einen renommierten Germanisten/Historiker besprechen lassen. Es könnte nämlich sein, dass dieser Genozid auch Hitler die Ideen für einen solchen unter dem Deckmantel eines Krieges gab.Die Geschichte war ja schon lange vor Werfel bekannt.
Ganz ausgezeichnete Lit. für Schnellinfo über Werfel vor allem in AEIOU und zum Roman in wikipedia. Daneben natürlich zahlreiche Fachliteratur.
Dr. Glaubauf Karl
05.03.2010 09:27:24 Je nach Schätzungen...
kamen zwischen 1.5 und 2.5 Mio. Armenier während des ersten Weltkrieges zu Tode und eine große Menge wurde in die Emigration gezwungen. Die Bezeichnungen "Völkermord" und "Genozid" sind bestimmt gerechtfertigt; die Türken werden sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass auch ihre Vorfahren während der Revolution schreckliche Verbrechen übten...
Allerdings soll davon die aktuelle Beziehung zu den Vereinigten Staaten unbeeinflußt bleiben. Ankara kann es sich nicht leisten, seine Beziehungen zu den Seemächten zu verschlechtern. Will es das dennoch, so können historische Verbrechen doch nur einen Vorwand abgeben.
Jakob Büchel
05.03.2010 08:27:13 Heisse Luft aus Ankara...
...reines Theater, vorher mit den USA abgesprochen, damit das Gesicht gewahrt bliebt. Ankara tut nichts ohne Segen aus Washington.
Bürgler
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